Warnung vor Tragflächenvereisung!

In den letzten Wochen waren bei eisigen Temperaturen und Ostwind einige gute und lange Soaringflüge am Donnersberg möglich. Im oberen Teil des Donnergsberg sind die Bäume bei dieser Witterung komplett mit Eisnadeln bedeckt.

Wie sich herausstellte bilden sich diese Eisnadeln auch während des Fluges an Gleitschirmleinen und der Kappe. Bei zwei Flügen von ca. 1h führte dies nicht zu Problemen, obwohl sich ca. 2mm Eisnadeln auf den Leinen gebildete hatten.

Ein weiter Flug von 1:49 endete aber plötzlich und ohne Vorwarnung mit einem stabilen Sackflug über mehr als 100 Höhenmeter und einer Baumlandung!

Dem Piloten ist glücklicherweise nichts passiert, aber der Vorfall zeigt das diese Witterungsbedingungen bei längeren Flügen problematisch sind.

Bitte achtet auf Leinenvereisung während des Fluges und geht landen, falls ihr eine signifikante Eisbildung feststellt.

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Warnung vor Tragflächenvereisung! — 1 Comment

  1. Es war laminarer Wind aus NO, mit -5°C etwas kalt. Die zuströmende Luft hatte an diesem Tag eine hohe Luftfeuchtigkeit. An der Rampe startet man in 550m. Die Luft kondensierte in 700m. Das war deshalb die maximale Flughöhe. Es gab keinen Niederschlag (Regen/Schnee).
    Ich flog 1:49 Stunden gemütlich in dem dynamischen Hangaufwind. Der Wind war nie zu stark. Ich hatte unbeschleunigt immer Vorwärtsfahrt. Ich war der einzige Gleitschirmflieger an dem Tag, zusammen mit Drachenflieger Winfried. Es gab maximales Steigen/Sinken von 1 m/s, meist weniger. Im Flug fiel mir auf, dass sich an den Gleitschirmleinen ca. 1-2 mm Raureif gebildet hat. Ursache waren die hohe Luftfeuchtigkeit und die Minusgrade.
    Nach 1:49 Stunden befand ich mich fast über dem Startplatz in 630m MSL (80m überhöht), als es plötzlich runter ging. Es gab keinen Anlass für das Verhalten, also kein Überbremsen o. ä. Und es hat sich auch nicht angekündigt.
    Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Beschleuniger noch gar nicht verwendet. Als ich ca. 20m über Starthöhe war, ging ich in den Beschleuniger. Das änderte nichts. Der Schirm sank weiter mit bis zu 3,5 m/s. Diesen Sinkwert ermittelte ich später aus dem GPS-Track. Mir war nicht sofort klar, dass es sich um einen Sackflug handelte, sonst hätte ich energischer versucht, diesen auszuleiten. Nur Beschleuniger voll durchgetreten hat noch nicht geholfen. Ich versuchte, den Landeplatz zu erreichen, aber das war mit dem Gleitwinkel nicht zu schaffen. Eine Baumlandung wurde unvermeidbar.
    Zwischen Startplatz und Landeplatz landete ich in einem Baum und blieb in 7-8m in den Ästen hängen. Die Tragegurte waren nicht gespannt. Ich war in der Nähe des Stamms und konnte mich mit Karabiner und Bandschlinge sichern. Ich löste mich vom Schirm und kletterte gesichert nach unten. Als Winfried, den ich angerufen hatte, zu dem Baum kam, war ich nur noch 1 Meter über dem Boden.
    Den Schirm konnten Marcus, Holger und ich am nächsten Tag bergen, leider nicht ohne Beschädigung des Schirms. Ich habe die Baumlandung dafür unbeschadet überstanden.

    Fazit:
    – Bei Vereisungen an den Leinen, kann man auch von Vereisungen am Schirm ausgehen. Hier kann es zu einem Strömungsabriss und Sackflug kommen.
    – Man sollte immer eine Bandschlinge mit Karabiner dabei haben, um sich nach einer Baumlandung zu sichern. Ein Baumrettungskurs bei den Duddefliechern oder den Kurpfälzer Gleitschirmfliegern wird empfohlen.
    – Mindestens ein Telefon mit geladenem Akku sollte man immer dabei haben. Achtung. Es ist nicht überall mit allen Netzen Empfang. Verwendung eines Funkgeräts wird empfohlen, wenn andere Piloten mit Funk unterwegs sind.